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June 20, 2021

FSC vs. PEFC: Welches Holz-Label ist in Zürich die richtige Wahl?

FSC oder PEFC für Ihr Zuhause in Zürich? Erfahren Sie, worin sich die beiden Holzsiegel unterscheiden, welche Standards in der Schweiz anerkannt sind und wie Sie Massivholz und Furniere prüfen.

Für ein Zuhause in Zürich ist die ehrliche Antwort: Keines der beiden Siegel ist dem anderen überlegen. Die Schweizer Bundesbehörden betrachten beide als glaubwürdigen Nachweis für nachhaltig beschafftes Holz. Die wichtigere Frage ist daher, ob für den spezifischen Boden, den Kleiderschrank oder den Esstisch, den Sie kaufen, eine Zertifizierung vom Wald bis zum Ausstellungsraum nachgewiesen werden kann. Im Folgenden erklären wir die Unterschiede zwischen FSC und PEFC, wo das Label Schweizer Holz einzuordnen ist und wie Sie all dies auf Massivholz und Furniere anwenden.

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Kurz gefasst

  • FSC und PEFC werden in der Schweiz als Nachweis für nachhaltiges Holz anerkannt, unter anderem gemäß den </segment> Vorgaben des Bundes zu Schweizer Holz. Keines der beiden ist der alleinige „Sieger“.
  • FSC ist ein globaler Standard. PEFC erkennt nationale Systeme an, wodurch die Regeln an lokale Wälder angepasst werden können.
  • Verlangen Sie einen Nachweis der Produktkette für das tatsächliche Produkt. Ein Siegel auf einer Broschüre reicht nicht aus.
  • Das Label Schweizer Holz steht für ein anderes Versprechen: heimische Herkunft und lokale Wertschöpfung – es ist keine Konkurrenz zu FSC oder PEFC.
  • Sowohl Massivholz als auch Furniere können zertifiziert sein. Entscheidend sind die Unterlagen für den Kern, das Furnier und die Verleimung.

Was FSC und PEFC eigentlich sind

Beide Siegel sollen Käufern helfen, verantwortungsvoll bewirtschaftete Wälder von übernutzten zu unterscheiden. Laut der Übersicht der Schweizer Waldwirtschaft zu Holzsiegeln dominieren FSC und PEFC weltweit den Markt, während in der Schweiz zusätzlich das Label Schweizer Holz etabliert ist.

Die Unterschiede liegen vor allem im Aufbau der jeweiligen Systeme.

FSC (Forest Stewardship Council) ist eine gemeinnützige Organisation, die 1993 nach dem Erdgipfel von Rio gegründet wurde. Sie arbeitet mit einem weltweit einheitlichen Rahmenwerk und einer Multi-Stakeholder-Struktur. FSC Schweiz beschreibt ein „Drei-Kammern-System“, das ökologische, soziale und wirtschaftliche Interessen ausbalanciert. Deshalb spricht es oft Kunden an, die einen einheitlichen, streng kontrollierten Standard wünschen.

PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) wurde 1999 gegründet und fungiert als Dachverband für nationale Zertifizierungssysteme. Dadurch können Standards regionale Gegebenheiten widerspiegeln und gleichzeitig internationale Grenzwerte einhalten. Der Waldstandard von PEFC Schweiz ist auf die Schweizer Topografie und Forstwirtschaft zugeschnitten. Zu den Regeln gehören ein Kahlschlagverbot sowie die obligatorische Verwendung biologisch abbaubarer Schmierstoffe für forstwirtschaftliche Maschinen.

FSCPEFC
Gründung19931999
StrukturEin globaler Standard, Multi-Stakeholder-GovernanceDachorganisation für nationale Systeme, lokal angepasst
Typische StärkeEinheitlicher, weltweit anerkannter RufGeeignet für kleinere, familiengeführte Forstbetriebe
Anerkannt in den Richtlinien des BundesJaJa
Anerkannt für Minergie-ECO-HolzJaJa

In der Schweiz umfasst die PEFC-Zertifizierung laut dem oben genannten BAFU-Merkblatt rund 220.000 Hektar, was etwa 18 Prozent der Waldfläche des Landes entspricht. Viele Schweizer Sägewerke verfügen über Chain-of-Custody-Zertifikate für beide Systeme, wie die Liste der zertifizierten Schweizer Sägewerke zeigt. Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Markt die beiden Systeme als komplementär betrachtet.

Welches System wird von den Schweizer Vorschriften akzeptiert?

Wenn Sie sich Gedanken über die Einhaltung der Vorschriften machen, kommt hier der beruhigende Teil: Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und die KBOB, die Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren, betrachten FSC und PEFC als gleichwertige Nachweise für eine nachhaltige Holzbeschaffung. Beide werden in den Nachhaltigkeitsrichtlinien des BAFU für Holz genannt. Das BAFU-Merkblatt zur Bewertung von Holzprodukten erläutert, warum nachhaltig beschafftes Holz wichtig ist: Es trägt dazu bei, die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Funktionen der Wälder langfristig zu erhalten.

Für Bau- und Ausbauarbeiten gilt die gleiche Logik:

Eine Ausnahme, die man beachten sollte: Ein privater Bauherr, ein Entwickler oder ein ausländischer Investor kann „nur FSC“ in einen Vertrag schreiben. Das ist eine vertragliche Präferenz, keine Schweizer Rechtsvorschrift. Wenn dies in Ihrem Briefing steht, teilen Sie dies Ihrem Planer von Anfang an mit, damit die Spezifikation von der ersten Zeichnung an korrekt ist.

Das Label Schweizer Holz: eine andere Fragestellung

Oft wird das Label Schweizer Holz mit FSC und PEFC in einen Topf geworfen. Dabei beantwortet es eine andere Frage. FSC und PEFC beziehen sich auf die Waldbewirtschaftung. Das Label Schweizer Holz, das vom Branchenverband Lignum vergeben wird, betrifft die Herkunft: Holz aus Schweizer Wäldern oder Produkte mit einem Anteil von mindestens 80 Prozent Schweizer Holz, wie von Wald Schweiz festgelegt. Laut BAFU-Merkblatt ist zudem erforderlich, dass mindestens 60 Prozent der Wertschöpfung in der Schweiz anfallen.

Comparison of forest and Swiss-origin timber labels

Für einen Zürcher Eigenheimbesitzer kann das eine schöne Geschichte sein: ein Einbaumöbel aus Eiche oder Lärche aus der Region, mit kurzen Transportwegen und lokalem Handwerk. Die Kombination der Labels ist bei hochwertigen Spezifikationen üblich. Eine Fichte oder Eiche aus der Schweiz mit dem Schweizer Label ist ein Weg. Ein Nussbaum oder Teakholz aus weiterer Ferne mit FSC oder PEFC ist ein anderer. Für Holz von ausserhalb Europas ist FSC oder PEFC der übliche Weg, um eine nachhaltige Herkunft nachzuweisen.

Produktkette (Chain of Custody): der entscheidende Punkt

Hierauf kommen Experten immer wieder zurück. Das Label für den Wald ist nur die halbe Miete. Was zählt, ist, ob die Produktkette – der dokumentierte Weg vom Wald über das Sägewerk und die Werkstatt bis in Ihr Wohnzimmer – lückenlos bleibt.

In der Praxis kann einiges schiefgehen:

  1. Der Rohstoff ist zertifiziert, das Produkt nicht. Ein Sägewerk mag zwar zertifiziert sein, doch der Tischler, der Ihren Kleiderschrank anfertigt, verfügt möglicherweise nicht über ein Produktkettenzertifikat.
  2. Gemischte Quellen. Produkte können zertifiziertes und nicht zertifiziertes Material in unterschiedlichen Anteilen enthalten; die Kennzeichnung sollte darüber Aufschluss geben.
  3. Ausgetauschte Materialien. Ein Angebot spezifiziert zertifizierte Eiche, doch für den Korpus des gelieferten Möbelstücks wurde ein anderes Holz verwendet.

Fragen Sie daher nach der Zertifikatsnummer des Lieferanten und des Herstellers, der entsprechenden Angabe auf der Rechnung oder dem Lieferschein sowie den exakt abgedeckten Materialien (Massivholz, Furnier, Plattenkern). Sowohl FSC als auch PEFC führen öffentliche Datenbanken, in denen Sie Zertifikatsinhaber überprüfen können. Eine seriöse Werkstatt oder ein Möbelhaus wird Ihnen diese Informationen gerne zur Verfügung stellen.

Massivholz oder Furnier: Ändert das Label die Antwort?

Diese Frage taucht bei fast jedem Projekt auf. Oft wird angenommen, dass Massivholz automatisch die ökologischere Wahl ist und Furnier einen Kompromiss darstellt. Die Realität ist jedoch differenzierter, und wir geben Ihnen lieber eine praxisnahe Einschätzung als einen Werbeslogan.

Massivholz ist wunderbar für Möbelstücke, die stark beansprucht werden: Esstische, Bänke, Treppen und Bodenbeläge. Es lässt sich abschleifen und neu behandeln, sodass es Generationen überdauern kann. Zudem arbeitet es je nach Luftfeuchtigkeit – was in einer beheizten Zürcher Wohnung im Winter eine Rolle spielt –, weshalb breite Massivholzbretter eine fachgerechte Konstruktion erfordern.

Furnier besteht aus einer dünnen Schicht Echtholz auf einem stabilen Trägermaterial. Es ermöglicht den Einsatz wertvoller Holzarten für große Flächen wie Schrankfronten, Wandverkleidungen oder Küchentüren, bei gleichmäßigem Maserungsbild und geringerem Verzug. Zudem wird seltenes Holz sparsamer verwendet. Die Schwachstelle sind meist der Kern und der Klebstoff – fragen Sie also nach, was sich unter der Oberfläche befindet.

KriteriumMassivholzFurnier auf Trägerplatte
Am besten geeignet fürTische, Böden, Treppen, StühleGroße Fronten, Wandverkleidungen, Einbauten
StabilitätReagiert auf LuftfeuchtigkeitSehr stabil bei fachgerechter Verarbeitung
Reparatur und AufarbeitungKann mehrfach abgeschliffen werdenDurch Furnierstärke begrenzt
Verwendung seltener HolzartenMehr Holz pro StückErgiebigere Nutzung seltener Holzarten
Worauf bei Zertifizierungen zu achten istHolzart, Herkunft, WerkstattzertifikatFurnier, Trägerplatte und Leim, alles abgedeckt

Keines von beidem ist automatisch besser. Ein zertifiziertes Furnier auf einer zertifizierten Trägerplatte, gefertigt von einem zertifizierten Betrieb und auf Langlebigkeit ausgelegt, kann eine verantwortungsvollere Wahl sein als ein kurzlebiges Möbelstück aus Massivholz unklarer Herkunft. Bei der Planung eines Projekts stellt sich die Frage, wo das jeweilige Material eingesetzt wird und wie lange es halten soll.

Jenseits des Labels: Weitere nachhaltige Materialien, die eine Überlegung wert sind

Zertifiziertes Holz ist nur ein Teil einer nachhaltigen Inneneinrichtung. Ein paar andere Entscheidungen machen einen echten Unterschied für ein Zuhause:

  • Langlebigkeit geht vor. Möbel, die Sie zwanzig Jahre lang behalten, sind besser als ein zertifiziertes Stück, das Sie nach fünf Jahren ersetzen.
  • Reparierbare Konstruktion. Achten Sie auf solide Verbindungen, austauschbare Beschläge und Oberflächen, die Sie erneuern können.
  • Emissionsarme Oberflächen. Öle und Lacke auf Wasserbasis tragen zu einer besseren Raumluftqualität bei.
  • Wiederverwendung. Restaurierte Vintage-Stücke und Altholz umgehen die Frage nach neuen Ressourcen komplett.
  • Beschaffung aus der Schweiz und Europa. Kürzere Transportwege und lokale Werkstätten halten die Wertschöpfung in der Nähe.

Wenn Sie für eine Immobilie auch allgemein anerkannte Umweltstandards abwägen, anerkannte Labels für nachhaltiges Bauen bieten einen nützlichen Vergleich dazu, wie die Schweiz mit Zertifizierungen umgeht.

Unsere Perspektive: Wählen Sie die Lieferkette, nicht das Logo

Wir gestalten Wohn- und Geschäftsräume in der Schweiz und in Europa. Die Debatte zwischen FSC und PEFC kommt immer dann auf, wenn Nachhaltigkeit Teil des Auftrags sein soll. Unsere Ansicht ist einfach: Verschwenden Sie Ihre Energie nicht damit, sich für eine Seite zu entscheiden. Investieren Sie sie lieber in drei Fragen.

Erstens: Was ist die Spezifikation? Wenn Ihr Projekt auf Minergie-ECO abzielt oder ein Entwickler oder Investor ein bestimmtes Label verlangt, bauen wir dies von Anfang an in die Pläne ein. Ansonsten betrachten wir FSC und PEFC als gleichermaßen glaubwürdig, ganz im Einklang mit den Richtlinien des Bundes.

Zweitens: Welchen Platz nimmt jedes Möbelstück in Ihrem Alltag ein? Ein Tisch, an dem Ihre Familie täglich isst, erfordert eine andere Materiallogik als eine Wand aus Schrankfronten. Wir stimmen Massivholz und Furnier auf Ihre Lebensweise ab und prüfen für jedes Stück die Zertifizierung.

Drittens: Kann der Lieferant dies belegen? Wir arbeiten mit einem breiten Netzwerk von über 150 europäischen Möbelherstellern zusammen und fordern echte Nachweise statt uns auf Marketingversprechen zu verlassen. Wenn ein Möbelstück nicht zurückverfolgbar ist, teilen wir Ihnen dies mit und bieten eine Alternative an.

Genau deshalb vereinen wir Design, Spezifikation und Projektmanagement in einem Team: So bleibt das Nachhaltigkeitsversprechen vom ersten Moodboard bis zur Lieferung und Montage gewahrt.

— Giorgia D'Amico

Eine praktische Checkliste für Ihr Projekt in Zürich

Nutzen Sie diese Liste, wenn Sie einen Designer, einen Schreiner oder eine Möbelmarke briefen.

  1. Definieren Sie Ihr Ziel. Geht es um ein Minergie-ECO-Ziel, eine vertragliche FSC-Klausel, eine Präferenz für Schweizer Herkunft oder einfach um ein gutes Gefühl?
  2. Benennen Sie die Räume und Oberflächen. Böden, Küchenfronten, Einbauten und lose Möbel erfordern unter Umständen jeweils einen anderen Ansatz.
  3. Fragen Sie nach Zertifikatsnummern. Sowohl der Materiallieferant als auch der Endfertiger sollten aufgeführt sein.
  4. Prüfen Sie den Geltungsbereich. Massivholz, Furnier, Trägerplatten und Kanten können jeweils unterschiedliche Zertifizierungen aufweisen.
  5. Verlangen Sie den Nachweis in den Unterlagen. Das Angebot, die Rechnung und der Lieferschein sollten die Zertifizierungsangaben enthalten.
  6. Berücksichtigen Sie das Schweizer Label für lokale Stücke. Einbauten aus einer Werkstatt im Raum Zürich können lokale Wertschöpfung mit einem anerkannten Waldzertifikat für importierte Holzarten verbinden.
  7. Planen Sie auf Langlebigkeit. Fragen Sie vor der Bestellung nach Reparaturen, Ersatzteilen und Aufarbeitungsmöglichkeiten.

Wie wir Ihnen helfen können

Wenn Sie möchten, dass ein Designer diese Labels in konkrete Entscheidungen für Ihr Zuhause übersetzt, bieten wir Online-Pakete zum Festpreis an. Eine Beratung kostet CHF 490, ein Paket für einen einzelnen Bereich kostet CHF 970 und ein Komplettpaket für das ganze Haus CHF 3.390. Für größere oder komplexere Projekte erstellen wir Ihnen gerne ein individuelles Angebot. Wenn Sie in der Stadt oder am See wohnen, erfahren Sie unter unserem Innenarchitektur-Service in Zürich , wie wir lokal, persönlich oder online mit Hausbesitzern zusammenarbeiten.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen FSC und PEFC?

FSC ist ein einheitlicher globaler Standard, der 1993 gegründet wurde und von einer Multi-Stakeholder-Struktur geleitet wird. PEFC wurde 1999 gegründet, unterstützt nationale Systeme und passt diese an die lokalen Wälder an. In der Schweiz werden beide als Nachweis für nachhaltiges Holz anerkannt.

Ist FSC oder PEFC besser für Möbel?

Keines von beiden ist generell besser. Die Schweizer Bundesbehörden stufen beide als gleichermaßen geeignet ein. Entscheidend ist daher, ob für das jeweilige Möbelstück eine dokumentierte Produktkette vorliegt. Wenn ein Kunde oder ein Vertrag ein bestimmtes Label vorgibt, sollten Sie diesem folgen.

Ist das Label Schweizer Holz dasselbe wie FSC?

Nein. Das Schweizer Label bezieht sich auf die Herkunft: Holz aus Schweizer Wäldern oder Produkte mit mindestens 80 Prozent Schweizer Holzanteil. FSC und PEFC zertifizieren die Waldbewirtschaftung. Sie können diese kombinieren, zum Beispiel ein Möbelstück aus Schweizer Nussbaum neben einem FSC-zertifizierten Eichenboden aus Importware.

Ist Massivholz nachhaltiger als Furnier?

Nicht automatisch. Massivholz kann mehrfach aufgearbeitet werden, was eine lange Lebensdauer begünstigt. Furnier ermöglicht es, eine wertvolle Holzart auf größeren Flächen zu nutzen. Achten Sie darauf, dass das Furnier, der Trägerwerkstoff und die Werkstatt zertifiziert sind, und wählen Sie die Konstruktion, die an dem jeweiligen Standort am besten Bestand hat.

Quellen

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